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Meßkircher Fledermaus in London
In London war von 17.09.2010 bis 14.11.2010 eine Ausstellung von Alexander Hoedt in der es um Fasnachtsmotive ging. Hoed war 2008 bei uns in Meßkirch und hat die Figuren der Zunft fotografiert. Überascht waren wir, dass er die Fledermaus als Motiv aus unserer Zunft für die "Fashion Space Gallery" in London ausgewählt hat.
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Gesichter einer anderen Fastnacht
Der Fotograf Axel Hoedt
Masken und Narren – jenseits der gängigen Klischees: Der aus Staufen stammende, in London lebende Fotograf Axel Hoedt zeichnet mit seiner Kamera ganz eigenwillige Studien der alemannischer Fastnacht. Ein Porträt.
Still und starr steht der Narr. Der Mund geschlossen, den Blick in die Ferne. Kein Narri, kein Narro, kein Toben und kein Tanzen – selten sahen Hästräger so teilnahmslos aus. Frohsinn? Fehlanzeige. Es ist ein krasser Bruch mit der handelsüblichen Bildsprache der Fastnacht, den der gebürtige Staufener und Wahl-Londoner Axel Hoedt in seinen Fotos zeigt.
Normalerweise werden Narren in Aktion fotografiert, in wilden Luftsprüngen, mit schräggelegtem Kopf, mit Massen von Zuschauern im Hintergrund und, im Optimalfall, jahrhundertealtem Fachwerk. Hoedt fotografiert vor weißer Leinwand, Wellblechgaragen und hässlichen 70er-Jahre-Bausünden. Er macht es einem nicht leicht, einen roten Faden zu erkennen – was seinem Zyklus fehlt, ist eine einheitliche Handschrift. Einige Fotos haben leuchtende Farben und sind gestochen scharf, andere sind verschwommen und wirken flau, als ob Hoedt durch eine Nebelbank fotografiert hätte. Ein Teil der Bilder ist unter Studiobedingungen entstanden, ein anderer Teil on location. Großformatprints wechseln sich ab mit Polaroids, Detailfotos sind ebenso dabei wie Ganzkörperaufnahmen – und Fotos, auf denen nichts zu sehen ist außer einer leeren Halle mit ein paar bunten Tüchern an der Decke.
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Drei Wochen war Axel Hoedt im letzten Winter in Südwestdeutschland unterwegs, hat Endinger Jokili und Singener Fellbären fotografiert, Wolfacher Hahnenreiter und Empfinger Strohbären. Es sind Porträts, aber was für Porträts? Von Menschen? Von Masken? Oder von Menschen in Masken? Andererseits: Ist ein Porträt von jemanden, der sich verhüllt, überhaupt ein Porträt?
Der 42-jährige Hoedt fotografiert normalerweise Mode und Werbung; nach seinem Fotografie-Studium in Bielefeld zog er vor zehn Jahren nach London. Fastnacht war ihm nie so richtig geheuer – als Kind war ein Indianerkostüm das höchste aller Gefühle. Der Rest ging ihm damals ziemlich auf den Geist: Er mochte das organisierte Brauchtum nicht, er mochte die Besoffenen nicht. Dann wurde er älter, verliebte sich in eine Modedesignerin und fuhr mit ihr nach Staufen. Die beiden stießen auf ein altes Buch über Fastnacht, und irgendwann sagte seine Freundin zu ihm: Das Zeug sieht ja echt irre aus.
Er fing an sich zu begeistern. Von London aus recherchierte er und machte Termine für seine Fotoshootings aus. Viele Zünfte wollten mitmachen, andere wollten nicht. Eine Frage wurde ihm ganz oft gestellt: Wieso machen sie das? Sie wollen doch sicher Geld, oder? Das nicht, einerseits, aber andererseits konnte Hoedt auch keinen Cent Modelhonorar bezahlen. Sein Projekt war ohnehin teuer genug: Flug aus London, Mietwagen, Assistent, Filmmaterial, Hotelübernachtungen – eine Menge Geld dafür, dass er noch nicht so richtig wusste, ob er für seine Fotos überhaupt Käufer finden würde.
"Ich bin immer der Nase nach", sagt er, "die Fotoserie hat schon einen leicht wirren Ansatz, es gibt keine klare Linie." Viele Leute, denen er seinen Fotos bisher gezeigt hat, hielten sie vor allem für eines: Ganz schön düster. "Stimmt eigentlich schon", sagt Hoedt, "aber es ist halt ’ne persönliche Story – wieso soll ich die Bilder eines anderen fotografieren?" Dieser subjektive Ansatz ist Stärke und Schwäche zugleich. Stärke, weil Fastnacht noch nie so fotografiert wurde und die Masken und Kostüme durch seine eindeutig der modernen Modefotografie entlehnte Bildsprache eine Menge Details offenbaren, die man sonst gerne übersieht. Schwäche, weil sein Ansatz einfach zu beliebig ist: Was hat die (perfekt ausgeleuchtete) Drahtmaske eines Endinger Altnarren auf weißer Leinwand mit dem Polaroid eines Singener Fellbären zu tun, der mit hängenden Schultern im Garten hinter dem Haus steht? "Es ist primär ein Foto-", sagt Hoedt, "und kein Fastnachtsprojekt." Er will nichts dokumentieren, er will zeigen, was er sieht. Er ist kein Volkskundler, er ist Fotograf. Modefotograf, um genau zu sein. Und es ist kein Zufall, dass er sich genau in dieser Funktion der Fastnacht annimmt – für ihn gibt es da sogar eine Verbindung. "Der Aufwand bei so einer Fastnachtsfigur", sagt er, "ist vom Zeitlichen her durchaus mit einem Couturedress zu vergleichen." Großer Unterschied: Couture lässt sich besser verkaufen. Zur Zeit versucht Hoedt, ein Buch auf den Markt zu bringen – und hat mit jeder Menge Widerstand zu kämpfen. Wir sind ein internationaler Kunstverlag, heißt es dann, mit Fastnacht haben wir nichts am Hut. Ganz oft erklärt man ihm, seine Fotos würden nicht ins Verlagsprogramm passen. Ein Lektor aus New York meinte, es sei das Großartigste, was er seit langem gesehen hatte – für seinen Verlag aber zu speziell. "Und viele", erzählt Hoedt, "haben gesagt, sie wären geschockt, dass es so etwas in Zentraleuropa überhaupt noch gibt."
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Lead Award
Der Lead Award gilt sowohl unter Medienschaffenden als auch unter Werbern als sehr relevant. 120 Chefredakteure, Fotografen und Artdirektoren entscheiden nach streng publizistischen Kriterien, welche Formate visuell und inhaltlich preiswürdig sind. Um die Auszeichnung kann sich niemand bewerben – es ist der Anspruch der Juroren, sich selbst einen Überblick über die gesamte Presselandschaft zu verschaffen.
Wer hat die beste Fotostrecke gestaltet, das schönste Cover, die witzigste Anzeige, das bestgestaltete redaktionelle Angebot? Jedes Jahr sichtet die Jury des "Lead Award" mehrere Hundert deutsche Medien – Magazine, Zeitungen, Internetauftritte, Videos – und kürt die besten in den vier Kategorien "Zeitschriften", "Anzeigen", "Fotografie" und "Online".
"Webmagazin des Jahres" wurde Der Freitag. Silber gewann Freunde von Freunden, Bronze ging an ZEIT ONLINE. ZEIT ONLINE sei "die Website, bei der sich im letzten Jahr am meisten bewegt hat", hieß es unter anderem zur Begründung.
In der Kategorie Reportagefotografie ehrte die Jury den Fotografen Olaf Unverzart für seine Arbeit "Deutsche Szenen" mit Gold. In der Porträtfotografie erhielt Axel Hoedt für seine Arbeit "Furchtbar komisch/Alemannische Fastnachtsverkleidungen" ebenfalls einen ersten Preis. Der Reportagefotograf Armin Smailovic erhielt für "Srebrenica/Er hat überlebt" Silber



